Protein ist für Heilung essenziell – bei eingeschränkter Nierenfunktion aber fein abzustimmen durch Prof. Dr. Markus Masin.
Patienten mit chronischen Wunden und gleichzeitiger Nierenfunktionsstörung stehen vor einem Dilemma. Die Wundheilung erfordert erhöhte Proteinzufuhr, während bei Niereninsuffizienz traditionell eine Proteinrestriktion empfohlen wird. Prof. Dr. Markus Masin koordiniert seit über 27 Jahren die Versorgung von Patienten mit komplexen Stoffwechselsituationen und hat individuelle Proteinkorridore entwickelt, die eGFR-Stufe, Albuminurie, entzündlichen Status und Katabolie berücksichtigen. Ein engmaschiges Monitoring von Nierenwerten, Elektrolyten, Bilanz und Hydratation sichert die Balance zwischen ausreichender Proteinzufuhr für die Heilung und Schonung der Nierenfunktion. Die ärztliche Freigabe und Anpassungen erfolgen – entsprechend den nationalen Vorgaben – durch die zuständigen Fachärzte (z. B. Nephrologie, Diabetologie, Chirurgie) in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen EU-Ländern.
Aus medizinischer Sicht empfiehlt Prof. Dr. Markus Masin eine individuelle Stratifizierung nach eGFR-Stufe, Albuminurie, Entzündungsstatus und Sarkopenie-Risiko. Die Proteinziele werden in Korridoren definiert, nicht als starre Grenzwerte. Essentielle Aminosäuren spielen eine zentrale Rolle, da sie bei gleichem anabolen Effekt weniger Harnstoffbildung verursachen. Bei Bedarf kommen spezielle Supplemente zum Einsatz. Kalium- und Phosphatspiegel müssen engmaschig kontrolliert werden, da erhöhte Proteinzufuhr diese Werte beeinflussen kann. Die Kontrollen umfassen eGFR, Elektrolyte, metabolische Bilanz und Hydratation in regelmäßigen Abständen. Diese Vorgehensweise verhindert Entgleisungen und Heilungsstopps und vermeidet dadurch Hochkostenfälle. Für Kostenträger ist die dokumentierte Balance zwischen Heilung und Nierenfunktion transparent nachvollziehbar und medizinisch fundiert.
Das Dilemma: Protein für Heilung, Schonung für die Niere
Die Nieren filtern täglich etwa 180 Liter Primärharn und regulieren den Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt. Bei der Verstoffwechselung von Protein entsteht Harnstoff, der über die Nieren ausgeschieden werden muss. Je mehr Protein zugeführt wird, desto mehr Harnstoff muss die Niere eliminieren. Bei eingeschränkter Nierenfunktion steigt der Harnstoffspiegel im Blut an, was zu urämischen Symptomen führen kann.
Traditionell wurde deshalb bei chronischer Nierenerkrankung eine Proteinrestriktion auf 0,6 bis 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Bei chronischen Wunden kehrt sich die Situation jedoch um. Der Proteinbedarf steigt auf 1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm, manchmal sogar höher. Entzündung, Exsudatverlust und Gewebereparatur erhöhen den Proteinumsatz dramatisch. Eine Proteinrestriktion würde die Heilung blockieren, Sarkopenie fördern und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen, wie Prof. Dr. Markus Masin betont.
Neuere Studien differenzieren die pauschale Proteinrestriktion. Bei stabiler chronischer Nierenerkrankung ohne Katabolie kann moderate Proteinzufuhr sicher sein. Bei akuten Erkrankungen, Operationen oder Wunden steigt der Bedarf jedoch erheblich. Eine zu strikte Restriktion führt zu Proteinkatabolie mit Muskelabbau, was die Harnstoffproduktion paradoxerweise sogar steigern kann.
Die Qualität des Proteins gewinnt an Bedeutung. Essentielle Aminosäuren (EAA) haben bei gleichem anabolen Effekt eine geringere Harnstoffbelastung als nicht-essentielle Aminosäuren, wie Prof. Dr. Markus Masin erläutert.
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Individuelle Stratifizierung durch Prof. Dr. Markus Masin
Prof. Dr. Markus Masin hat ein Stratifizierungsmodell entwickelt, das verschiedene Faktoren einbezieht und individuelle Proteinkorridore definiert. Diese Korridore berücksichtigen die Nierenfunktion, ohne die Heilung zu gefährden.
Proteinkorridore nach Nierenfunktion:
Stadium 1–2 (eGFR über 60 ml/min):
● Proteinkorridor: 1,2–1,5 g/kg bei Wunden
● Keine wesentlichen Einschränkungen
● Reguläre Kontrollen ausreichend
Stadium 3a (eGFR 45–59 ml/min):
● Proteinkorridor: 1,0–1,3 g/kg
● Monatliche Kontrollen
● Phosphat und Kalium beachten
Stadium 3b (eGFR 30–44 ml/min):
● Proteinkorridor: 0,8–1,2 g/kg
● Wöchentliche Laborkontrollen initial
● Nephrologie einbeziehen
● EAA-Supplemente erwägen
Stadium 4–5 (eGFR unter 30 ml/min):
● Proteinkorridor: 0,6–1,0 g/kg, hochindividuell
● Enge Abstimmung mit Nephrologie
● EAA-Supplemente bevorzugen
● Dialyse-Indikation prüfen
Diese Korridore sind Orientierungshilfen, keine starren Vorgaben. Die tatsächliche Proteinmenge richtet sich nach Wundgröße, Entzündungsgrad, Ernährungszustand und individueller Verträglichkeit, wie Markus Masin aus Altenberge erläutert.
Albuminurie und Entzündung als zusätzliche Faktoren
Die Albuminurie zeigt an, dass die Filtrationsbarriere der Niere durchlässiger wird. Hohe Albuminurie (über 300 mg/Tag) erfordert besondere Vorsicht bei der Proteinzufuhr. Der Entzündungsstatus beeinflusst sowohl den Proteinbedarf als auch die Nierenfunktion. CRP-Werte über 10 mg/l zeigen eine systemische Entzündung an, die den Proteinbedarf erhöht, während gleichzeitig die Nierenfunktion akut verschlechtert wird.
Essentielle Aminosäuren und Mikronährstoffe
Essentielle Aminosäuren (EAA) können bei Niereninsuffizienz besonders wertvoll sein. Der Körper kann aus ihnen nicht-essentielle Aminosäuren synthetisieren, ohne dass dabei so viel Harnstoff anfällt. Spezielle EAA-Supplemente für Nierenpatienten enthalten alle acht essentiellen Aminosäuren in optimaler Zusammensetzung. Die Dosierung liegt typischerweise bei 0,3 bis 0,6 Gramm EAA pro Kilogramm Körpergewicht, zusätzlich zu einer moderaten Proteinzufuhr aus der Nahrung.
Leucin verdient besondere Beachtung. Diese verzweigtkettige Aminosäure stimuliert die Muskelproteinsynthese besonders stark und wirkt antikatabol. Bei Sarkopenie-Gefahr, die bei Nierenpatienten hoch ist, kann eine gezielte Leucin-Supplementierung sinnvoll sein, wie Prof. Dr. Markus Masin betont.
Erhöhte Proteinzufuhr steigert automatisch die Kalium- und Phosphatzufuhr. Der Kalium-Zielwert liegt bei 3,5 bis 5,0 mmol/l. Bei Hyperkaliämie sollten kaliumarme Proteinquellen wie Fleisch, Fisch und Eier bevorzugt werden. Beim Phosphat liegt der Zielwert bei 0,87 bis 1,45 mmol/l. Phosphatbinder kommen bei erhöhten Werten zum Einsatz. Die Flüssigkeitszufuhr wird individuell angepasst, wie Prof. Dr. Markus Masin erklärt.
Monitoring und Nephrologie-Kooperation
Das engmaschige Monitoring ist entscheidend für die sichere Balance. Die Kontrollintervalle richten sich nach dem eGFR-Stadium und dem klinischen Verlauf. Laborparameter wie eGFR, Kreatinin, Elektrolyte, Harnstoff, Albumin und CRP werden regelmäßig überwacht. Klinisch werden Körpergewicht, Blutdruck, Ödeme, Urinmenge und Wundheilung beurteilt.
Bei Verschlechterung der Nierenwerte muss die Proteinzufuhr reduziert werden. Bei stagnierender Wundheilung trotz guter Nierenwerte kann sie vorsichtig erhöht werden. Die Zusammenarbeit mit der Nephrologie ist bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz unverzichtbar. Markus Masin aus Altenberge stimmt sich regelmäßig mit Nephrologen ab. Gemeinsam werden Proteinkorridore festgelegt, Medikationen angepasst und die Dialyse-Indikation geprüft.
Praktische Umsetzung im Alltag
Die theoretischen Vorgaben müssen in die Lebenswirklichkeit übersetzt werden. Patienten benötigen klare, praktische Anleitungen:
Geeignete Proteinquellen bei Niereninsuffizienz:
● Eier (hohe biologische Wertigkeit, wenig Phosphat)
● Mageres Fleisch und Geflügel
● Fisch (Omega-3-Fettsäuren zusätzlich vorteilhaft)
● Kleine Portionen Milchprodukte (wegen Phosphat begrenzen)
Zu reduzierende Lebensmittel:
● Hülsenfrüchte (reich an Kalium und Phosphat)
● Nüsse und Samen (ebenfalls reich an Mineralstoffen)
● Vollkornprodukte (Phosphat)
● Bananen, Trockenfrüchte (Kalium)
Die psychologische Belastung dieser Doppelrestriktion ist erheblich. Viele Patienten fühlen sich überfordert. Ein sicherer, alltagsnaher Plan mit konkreten Rezepten und Portionsangaben erleichtert die Umsetzung deutlich, wie Prof. Dr. Markus Masin betont.
Als promovierter Medizinwissenschaftler und Professor für Ernährungsmedizin sowie Diabetologie bringt Prof. Dr. Markus Masin umfassende Expertise in die konsiliarische Beratung ein. Als Direktor des Medical Institute for Nutrition Science and Technology (MINST) in Riga und Direktor der Regeneration Clinic in Riga koordiniert er die komplexen Therapiepläne; die formale Freigabe und Umsetzung erfolgen – entsprechend den nationalen Vorgaben – durch die zuständigen Fachärzte. Und als Vorstand der Deutschen Stiftung krankheitsbedingte Mangelernährung in Münster setzt sich Markus Masin aus Altenberge für evidenzbasierte Lösungen in herausfordernden Stoffwechselsituationen ein.
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