Kaltplasma als Add-on senkt Biofilm und Keimlast – integriert in den Standard of Care durch Prof. Dr. Markus Masin.
Chronische Wunden, die trotz leitliniengerechter Therapie nicht heilen, stellen eine erhebliche Belastung dar. Biofilme und erhöhte Keimlast blockieren häufig den Heilungsprozess. Kaltplasma (Cold Atmospheric Plasma, CAP) bietet hier eine innovative Ergänzung zur konventionellen Wundversorgung. Prof. Dr. Markus Masin koordiniert seit über 27 Jahren die Behandlung komplexer Wundsituationen und integriert die CAP-Therapie gezielt bei rezidivierenden oder therapieresistenten Wunden. Die Technologie wirkt über reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies antimikrobiell und kann Biofilme reduzieren. Wichtig: CAP ersetzt kein chirurgisches Debridement oder die Kompressionstherapie, sondern ergänzt diese Maßnahmen. Die Durchführung übernehmen – entsprechend den nationalen Vorgaben – die zuständigen Fachärzte in Partnerzentren; die Einsteuerung, Protokollwahl und Verlaufskontrolle koordiniert Prof. Dr. Masin.
Aus medizinischer Sicht empfiehlt Prof. Dr. Markus Masin den Einsatz von Kaltplasma bei rezidivierenden oder therapieresistenten Wunden sowie bei Verdacht auf Biofilm-Bildung. Die Behandlung erfolgt in Serien, typischerweise zwei- bis dreimal wöchentlich über mehrere Wochen. Das Sicherheitsprofil ist günstig; Nebenwirkungen sind selten und meist mild. Eine konsequente Fotodokumentation vor, während und nach der Behandlung ermöglicht die objektive Verlaufskontrolle. CAP wird im Verbund mit mechanischem Debridement, Antiseptik, moderner Feuchtwundversorgung und optimierter Ernährung eingesetzt. Diese multimodale Strategie senkt Rezidive und verhindert Langzeitfälle. Für Kostenträger sind ein klarer Indikationskatalog und standardisierte Serienprotokolle wichtig, um Wirtschaftlichkeit und medizinischen Nutzen nachvollziehen zu können. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit sichert den Behandlungserfolg nachhaltig.
Was ist Kaltplasma und wie wirkt es?
Plasma wird oft als vierter Aggregatzustand bezeichnet. Kaltes atmosphärisches Plasma bleibt nahe Raumtemperatur und entsteht durch Anlegen eines elektrischen Feldes an ein Gas. In der medizinischen Anwendung (Raumluft oder Argon) entstehen reaktive Sauerstoff- (ROS) und Stickstoffspezies (RNS), die antimikrobiell wirken: Sie schädigen bakterielle Zellwände, DNA und Enzyme, während humane Zellen durch eigene Schutzmechanismen weitgehend geschont werden.
Das Wirkspektrum umfasst grampositive und gramnegative Bakterien (z. B. Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa), auch multiresistente Erreger (MRSA, VRE). Biofilme – bei 60–90 % chronischer Wunden beteiligt – werden durch die reaktiven Spezies in Matrix und Mikroorganismen angegriffen.
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Indikationen für die Kaltplasma-Therapie nach Prof. Dr. Markus Masin
Nicht jede chronische Wunde profitiert von CAP. Prof. Dr. Masin nutzt klare Indikationskriterien; im Vordergrund stehen Wunden, die trotz leitliniengerechter Therapie über Wochen stagnieren.
Typische Indikationen:
Therapieresistente Wunden
● Dekubitus Grad 3/4 ohne Heilungsfortschritt
● Ulcus cruris venosum trotz adäquater Kompression
● Diabetisches Fußsyndrom mit persistierender Infektion
● Postoperative Wundinfektionen
Biofilm-verdächtige Situationen
● Schmierig belegte Wunden mit charakteristischem Geruch
● Hohe Exsudatproduktion trotz adäquater Versorgung
● Rezidivierende Infektionen trotz Antibiose
● Ausbleibende Granulation über mehrere Wochen
Die Diagnostik stützt sich primär auf klinische Kriterien; Biofilme sind mikrobiologisch schwer direkt nachweisbar. Erfahrung und Verlaufsbeurteilung sind daher zentral. Absolute Kontraindikationen sind selten; bei kardialen Implantaten ist ein ausreichender Abstand zur Aggregat-Region zu wahren. In der Schwangerschaft erfolgt kein Einsatz im Abdominalbereich; an Extremitäten gilt CAP als vertretbar.
Praktische Durchführung der CAP-Therapie
Die Behandlung erfolgt ambulant und dauert pro Sitzung wenige Minuten. Ablauf: Reinigung und ggf. Debridement, anschließend CAP-Applikation in wenigen Millimetern bis Zentimetern Abstand. Behandlungsdauer je nach Wundgröße meist 2–10 Minuten. Die meisten Patienten verspüren nur Kribbeln/Wärme. Danach folgt eine individuell ausgewählte Wundauflage gemäß Exsudat, Tiefe, Lokalisation.
Frequenz: 2–3×/Woche über 4–6 Wochen; Intervalle werden am Heilungsverlauf ausgerichtet. Bei fehlender Wirkung nach 10–12 Sitzungen erneute Indikationsprüfung.
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
Kaltplasma ist gut verträglich. Gelegentliche milde Reaktionen:
● Vorübergehende Rötung der Wundumgebung
● Leichtes Brennen während/kurz nach der Anwendung
● Oberflächliche Trocknung
● In den ersten Tagen ggf. verstärktes Exsudat
Bei Beschwerden Anpassung von Dauer/Intensität.
Integration in den Behandlungsverbund (koordiniert durch Prof. Dr. Masin)
Der Erfolg hängt von der Gesamtorchestrierung ab; CAP ersetzt keine Basissäulen. Behandlungsalgorithmus:
- Ursachenklärung: arteriell/venös/neuropathisch/gemischt
- Debridement: mechanisch/chirurgisch, Entfernung von Nekrosen/Biofilm
- Antiseptik/CAP: Keimlastreduktion, Biofilm-Kontrolle
- Feuchtwundversorgung: passende Auflagen, Exsudatmanagement
- Kausaltherapie: Kompression, Off-Loading, Revaskularisation
- Ernährung: Protein, Energie, Mikronährstoffe optimieren
Dokumentation und Erfolgsmessung
Standardisierte Fotodokumentation bei jeder Sitzung; Erfassung von Wundgröße, Exsudat, Geruch, Granulation/Epithelisierung sowie patientenrelevanten Endpunkten (Schmerz 0–10, Alltagsfunktion, Lebensqualität).
Wirtschaftlichkeit und Zukunftsperspektiven
CAP verursacht zusätzliche Initialkosten, kann jedoch durch verkürzte Heilungszeiten, weniger Rezidive und weniger stationäre Episoden Gesamtkosten senken. Prof. Dr. Masin arbeitet mit Fachärzten nach standardisierten Protokollen (Indikation, Frequenz, Abbruchkriterien), was Qualität und Erstattungsfähigkeit erleichtert.
Rolle und Verantwortlichkeiten
Als promovierter Medizinwissenschaftler und Professor für Ernährungsmedizin sowie Diabetologie bringt Prof. Dr. Markus Masin seine konsiliarische Expertise in Indikationsstellung, Protokollwahl, Ernährungs- und Verlaufssteuerung ein. Als Direktor des Medical Institute for Nutrition Science and Technology (MINST) in Riga und Direktor der Regeneration Clinic in Riga koordiniert er die Einsteuerung in CAP-Programme; die formale ärztliche Durchführung und Verantwortung liegen – entsprechend den nationalen Vorgaben – bei den zuständigen Fachärzten in Partnerzentren.
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